Zulassung und psychologische Sicherheit
Die Arbeit mit Pferden, mit Trauma und mit hochmaskierenden neurodivergenten Coachees verlangt einen hohen Standard psychologischer Sicherheit. Viele neurodivergente Menschen, und gerade die hochmaskierende Gruppe, haben ein Leben lang erfahren, dass ihre Grenzen übersehen wurden oder dass ihre Art zu sein auf ein Defizit reduziert wurde. In dieser Ausbildung bilden wir Fachkräfte aus, die diese Erfahrung nicht wiederholen. Das heißt: aus Kongruenz heraus arbeiten, Unterschiede respektieren, ohne sie zu romantisieren, Verhalten als Information lesen statt als Abweichung, und Verantwortung für den eigenen Einfluss im Feld übernehmen.
Wir distanzieren uns vom Defizitmodell und von Annahmen wie „wir sind doch alle ein bisschen autistisch“. Unterschiedliche neurokognitive Profile verarbeiten Information, Reize, Sprache und Kontakt grundlegend anders. Das ist der Ausgangspunkt, keine Fußnote.
Eine Ausbildung, die trägt, was sie verlangt
Diese Ausbildung findet innerhalb dessen statt, was mein eigenes Nervensystem tragen kann. Das ist keine Einschränkung, das ist methodisch. Eine Ausbildung über Kongruenz, Regulation und Grenzen kann nicht von einer Trainerin geleitet werden, die ihre eigenen Grenzen dehnt, um allen gerecht zu werden. Was ich von Teilnehmenden verlange, verlange ich auch von mir selbst.
Konkret: höchstens acht Teilnehmende pro Durchgang, klare Absprachen darüber, wann und wie wir in Kontakt sind, und feste Strukturen für inhaltliche Fragen und Intervision. Wer eine Trainerin sucht, die immer erreichbar ist, ist hier falsch. Wer eine Trainerin sucht, die tut, was sie lehrt, ist richtig.
Zulassung
Jede Bewerberin beginnt mit einem persönlichen Aufnahmegespräch. Das ist keine Prüfung, sondern eine gegenseitige Abstimmung: Passt die Ausbildung zu Ihrem Hintergrund und Ihrer Rolle, haben Sie genug Grundlage, um die Methodik zu integrieren, und können Sie innerhalb des Rahmens arbeiten, den die Ausbildung bietet? Wir schauen gemeinsam, und Nein ist für uns beide eine gültige Antwort.
Drei Dinge erwarten wir von Teilnehmenden.
Reflexionsfähigkeit. Sie sind bereit, Ihre eigenen Reaktionen, Annahmen und Ihren Einfluss zu untersuchen, ohne sie automatisch bei der Klientin, dem Pferd oder der Gruppe abzulegen. Pferde reagieren auf kleine Verschiebungen in Anspannung und Richtung; hochmaskierende Coachees registrieren das ebenfalls. Sie sind Teil des Feldes.
Respekt für den Rahmen. Sicherheit entsteht durch Klarheit. Absprachen, Kanäle und die Rollenverteilung innerhalb der Ausbildung sind da, um alle zu schützen, Sie eingeschlossen. Die praktischen und administrativen Absprachen besprechen wir im Aufnahmegespräch und halten sie vor dem Start fest.
Bereitschaft zum Verlernen. Die Arbeit mit dieser Zielgruppe verlangt nicht nur neues Wissen, sondern auch das Loslassen von Coachingreflexen, die nicht passen: weniger schnell interpretieren, weniger schnell helfen, Stille stehen lassen, den Körper nicht unter die Sprache stellen. Wir verlangen keine Perfektion, aber berufliche Bereitschaft.